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Matrox RT2000



Dumm sind sie nicht, die Marketing-Gurus von Matrox. Nachdem auch schon Pinnacle mit der Kombination aus C-Cube und Texas Instruments Chipsatz zahlreiche Inkompatibilitäten umschiffen mußte, lieferte Matrox gleich ein Komplettsystem zum Test. Der Fairness halber habe ich jedoch die RT2000 aus diesem System ausgebaut und in meinen eigenen Testrechner verfrachtet, auf welchem sich bisher alle Testkarten beweisen mußten (PII 400, Gigabyte BX-D Board, 128 MByte RAM). Obwohl das Mainboard nicht auf der Kompatibilitätsliste von Matrox zu finden ist, lief die Karte von Anfang problemlos.

Im Karton der RT2000 findet sich eine ganze Menge: Neben der eigentlichen Codec-Karte finden sich im Liferumfang ein Firewire-Kabel, eine Breakout-Box, eine eigene Grafikkarte, sowie die vier Softwarepakte Premiere 5.1, Cool 3D, Acid Music und Sonic DVDit LE. Eigentlich alles, was ein vernünftiges DV-Studio braucht.

Durch die mitgelieferte Grafikkarte (G400 Special Edition) ist die RT2000 in der Lage 3D-Effekte (und auch andere Filter) in Echtzeit zu erzeugen. Diese muß beim Einbau durch ein spezielles Kabel mit der RT2000 verbunden werden, da der herkömmliche PCI-AGP Bus eines PC´s für eine Übertragung von zwei unkomprimierten Videoströmen und einem Standbild zu langsam ist.

Wer schon eine schnelle Grafikkarte hat, muß also bei der RT2000 auf diese verzichten. Wer dagegen noch eine ältere Karte im Rechner hat, dürfte sich über ein kostengünstiges Upgrade freuen. Zumal durch die mitgelieferte G400 in dem Problembereich Schnittkarte-Grafikkarte-Overlay keine Inkompatibilitäten auftreten.

Die Breakout-Box führt ebenfalls nur die analogen Signale heraus (FBAS, Y/C, Audio), die Firewire Schnitstelle befindet sich nach wie vor nur auf der Rückseite des Rechners. Die Echtzeitvorschau mit Effekten gibt es ebenfalls nur am analogen Ausgang. Wer auf DV ausgeben will, muß nach wie vor rendern.

Beim Schnitt unter Premiere 5.1c bietet die RT2000 die Option, im nativen DV-Format oder mit MPEG2 (I-Frame only bis 25 Mbit/s) zu arbeiten. Dabei werden auch professionelle Formate wie DVCPRO oder DVCAM unterstützt. Wer jedoch verschiedene Codec Formate auf der Timeline mischt, verliert die Möglichkeit der Echtzeiteffekte.

Durch die schon von Canopus bekannten "Referenced AVI´s" umgeht die RT2000 alle bekannten GB-Barrieren. Somit lassen sich trotz Windows 98- beliebig lange Clips auf die Festplatte speichern. Um auch mit anderen Applikationen arbeiten zu können installiert Matrox noch zusätzlich alle Codecs im alten VideoforWindows-Format. Diese können zwar nur 2 GB groß werden, jedoch können diese Files dann auch mit After Effects oder 3D-Studio harmonieren.

Wer schon einmal mit der Digisuite von Matrox gearbeitet hat, dem dürfte die Optik der mitgelieferten Echtzeit-Plugins vertraut vorkommen. Als Echtzeiteffekte stehen dabei 3D-Page Curls, 2D/3D-DVE´s (Picture in Picture Effekte, Tumbles und Fly-Ins), Dissolves, Organic Wipes und Transparenz zur Verfügung. Diese können jedoch nur auf einen einzigen Video- oder Grafiklayer in Echtzeit angewandt werden. Im Vergleich zur DV500 kann aber zusätzlich noch ein TGA-File mittels Alpha-Kanal eingestanzt und dessen Transparenz verändert werden, ohne die Echtzeitfähigkeit zu verlieren. Damit ist beispielsweise auch noch ein Titel über einem Picture in Picture-Effekt ohne Rendern möglich.

Sollen mehrere Matrox-Effekte zum Einsatz kommen, so reduziert die implementierte "Multi-Layer Compositing Engine" die Rechenzeiten erheblich. Wohlgemerkt tritt diese Renderbeschleunigung nur auf den Plan, solange nur firmeneigene Effekte berechnet werden. Wie sich die RT2000 in allgemeinen Projekten beim Rendern schlägt, lest Ihr hier bald in einem separaten Artikel über aktuelle DV-Codecs.

Insgesamt wirken die Echtzeit-Effekte jedoch etwas "verspielt". So kann man zwar noch einen Schatten und ein Border um einen Clip legen, der Bewegungspfad der einzelnen Presets ist jedoch nicht veränderbar. Hiermit wollte Matrox wohl bewußt die Anwendungsmöglichkeiten der Flex-3D-Architektur beschneiden, um die Karte nicht zu interessant für professionelle Anwender werden zu lassen. Daher finden sich wohl auch keine Realtime-Keyer und keine Color-Correction (Nur während des Capturings ist eine Echtzeit-Farbkorrektur möglich).

Die momentan größte Schwäche der Karte tritt bei der DV-Aufnahme, -Ausgabe und -Gerätesteuerung auf. Hierbei hat sich die Firma wohl zu sehr auf die Treiber-Unterstützung von Microsoft und Texas-Instruments verlassen. Momentan werden noch zahlreiche DV-Geräte gar nicht oder nur unzureichend unterstützt. Ob das eigene Modell mit der Karte zusammenarbeitet läßt sich unter http://www.matrox.de/videoweb/support/rt2000/rec/rec.htm recherchieren. Matrox hat jedoch versprochen schon zur NAB einen Patch nachzuliefern, der dann die Kompatibilität zu den meisten Modellen sichern soll. Warten wirs ab.

Beim Schnitt unter Premiere stört mich auch eine leichte Trägheit des Systems. So dauert es manchmal einige Sekunden, bis sich ein Filterdialog öffnet und beim Scubben in der Timeline war ebenfalls eine leichte Verzögerung der Reaktion spürbar. Auch beim Start der Realtime-Wiedergabe legt das System immer eine kurze "Bedenkzeit" ein. Ähnliche "Time-Lags" sind auch bei der DV500 zu finden und könnten auf ein vorheriges RAM-Buffering sowie den C-Cube-Chipsatz zurückzuführen sein. Der Gelegenheits-Anwender wird derartige Verzögerungen nicht weiter übel nehmen. Wer jedoch gewohnt ist mit Tastaturkürzeln und schnellen Mausaktionen zu arbeiten, könnte sich hier etwas ausgebremst fühlen.

Beim Export eines fertigen Projekts kann man seinen Videostrom auch als MPEG2-Stream (MP@ML) ausgeben, der für die Herstellung von DVD´s und Super VideoCD´s (SVCD) benötigt wird. Zur Weiterverarbeitung liegt hierfür Sonic´s DVDit LE bei. Dieses DVD-Authoring System ermöglicht die schnelle Zusammenstellung von Clips, die mit der Karte erzeugt werden können. Da es sich hierbei um eine stark eingeschränkte Version handelt, sind viele spezielle Features, (wie mehrere Menüs, Multi-Angle, Dolby-Digital etc.) nicht einsetzbar. Für erste Gehrversuche reicht es aber allemal.

Um den Premiere Titeler etwas aufzuwerten, liegt der RT2000 Cool 3D von Ulead bei. Ich persönlich mag dieses Programm sehr gern, da sich hiermit schnell professionelle 3D Titelanimationen erstellen lassen, ohne ein separates 3D-Animationsprogramm bemühen zu müssen. Zuletzt findet sich noch Acid-Music im Lieferumfang, womit sich auch ohne musikalische Vorkenntnisse professionelle Soundtracks erstellen lassen.

Fazit:

Das überzeugenste an der RT2000 ist die Technologie, die sich in ihr versteckt. Das Zusammenspiel von einer Codec-Karte mit einer Grafikkarte, welche in Hardware Echtzeiteffekte ermöglicht, ist ein komplett neues Konzept. Durch die enge Zusammenarbeit der Video- und Grafikabteilungen bei Matrox ist hier in Zukunft wohl auch noch mehr zu erwarten.

Auf der praktischen Seite wirkt die Karte aber momentan im Vergleich zur Digisuite-Plattform etwas zu verspielt. Gerade die mangelnden Einstellmöglichkeiten bringen den Einsteiger zwar zu schnellen WOW-Ergebnissen, sind aber in alltäglichen Situationen schnell erschöpft. Wer dauernd nur Fly-Ins, Page-Curls oder Organic-Wipes einsetzt, gerät zudem in Gefahr seine Zuschauer zu langweilen. Wer dagegen häufig andere Effekte von Premiere benutzt, muß diese nach wie vor rendern.

Insgesamt erhält der Käufer für den Preis von knapp 3000,- DM einen fairen Gegenwert, zumal in diesem Paket auch noch eine aktuelle Grafikkarte eingeschlossen ist. Wer allerdings denkt, für dieses Geld eine auf das DV-Format abgespeckte Digisuite zu erhalten, dürfte von der gebotenen Funktionalität eher enttäuscht sein.






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