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Como/AVerMedia MV300


Waren vor 2 Jahren PCI-Busmaster-fähige MJPEG Karten mit Zoran Chipsatz, (z.B.: DC30 oder AV-Master) nur im Fachhandel als Profi-Schnittkarten erhältlich, so finden sich diese Produkte mittlerweile auch schon bei fast jedem Hardwareversand. Die Pioniere Pinnacle und Fast versuchen mittlerweile die Exclusivität Ihrer Karten nur noch durch Beigaben diverser Software-Goodies hochzuhalten.

Anders ist eigentlich nicht zu erklären, wieso die MV300 der Taiwanesischen Firma AVerMedia praktisch die selben technischen Daten wie die DC30 oder AV-Master aufweist, dabei jedoch ca. ein drittel weniger kostet. Bei einer Kompression von bis zu 4:1 bietet die Karte die übliche Auflösung von 768 x 576 Punkten. Cropping ist ebenfalls möglich, wobei die Randbeschneidung sich in groben 4 Punkt-Schritten einstellen läßt. Leider ließ sich keine Einstellung finden, in der die Karte in echter CCIR 601 Norm aufzeichnet (720 x 576 Pixel), was dem Anwender einen qualitätsmindernden Skalierungsschritt in der Schnittsoftware ersparen würde, wenn er Normgerecht auf DV oder MPEG2 mastern will. Allerdings fehlt dieses Feature auch jeder Konkurrenzkarte unter 2000,- DM.

Bisher einmalg ist dagegen die Möglichkeitet Videomaterial gleich im 16:9 Format zu capturen, wodurch die Pixelauflösung 768 x 480 beträgt. In einem Advanced-Menu läßt sich sogar die Position des Videobildes in 2-Pixelschritten justieren, wobei die deutschsprachige Anleitung dubioserweise empfielt: "Die Advanced Eigenschaften der MV300 sollten nur nach vorheriger Rücksprache mit der Como Hotline verändert werden." Ansonsten gibt es eigentlich nichts, wodurch sich die MV300 von anderen Lösungen absetzt. Sie hat im Vergleich zu Ihren nächsten Konkurrenten keinen Soundchip on Board, jedoch gab die Synchronisation mit einer separaten Soundkarte (Turtle Beach Tropez+) keinen Grund zur Beanstandung.

Im Lieferumfang der Karte findet sich eine eingeschränkte Version von Media Studio Pro 5.1. Diese Version umfasst praktisch den kompletten Video Editor der Pro-Version, der zwar um einige Filter, Transitions und Exportmodule ärmer ist, jedoch für die tägliche Schnittarbeit durchaus ausreicht. Auf die neuen Zusatzprogramme CG Infinity und Video Paint muß man ebenfalls verzichten. Beinahe unverzichtbar ist dagegen ein mitgeliefertes Tool namens "Smart Player". Dieses erlaubt dem Benutzer mehrere Dateien aus der Timeline hintereinander ruckelfrei wiederzugeben, um die berüchtigte 2GB-Grenze von AVI-Dateien zu umgehen. Der "Smart Player" installiert sich nach der Installation selbständig im Media Studio und funktionierte auf unserem Testsystem unauffällig und problemlos. Momentan läuft die MV300 nur unter Windows95/98 jedoch werden auf der Packung NT4.0 Treiber angekündigt. Inwieweit man sich jedoch auf solche Ankündigungen verlassen kann steht auf einem anderen Blatt.

Abschließend sollte vielleicht noch das deutschsprachige Handbuch gelobt werden, welches der deutsche Vertieb Como der Karte beilegt. Es beschreibt geduldig neben dem Einbau der Karte auch jeden Mausklick, um in Media Studio die richtigen Parameter einzustellen. Gerade Anfänger scheitern oft an falsch eingestellten Parametern (wie beispielsweise die Halbbildreihenfolge oder die Vorschauoptionen), was dieses Handbuch schon von vornherein wirkungsvoll verhindert.

Fazit:

Wer für die hochgezüchtete Funktionalität von Media Studio Pro keinerlei Verwendung findet, und in erster Linie wirklich nur Videos schneiden will der kann mit der MV300 durchaus glücklich werden, zumal ja immer eine Upgrade-Möglichkeit zur großen Version besteht. Wer dabei schon eine gute Soundkarte besitzt, kann mit der MV300 tatsächlich die eine oder andere Mark sparen. Jedoch finden sich auch schon für 400,- DM M-JPEG-Lösungen auf dem Markt (z.B.:Matrox Marvel, Iomega Buz), die langsam ihre Kinderkrankheiten verlieren. Außerdem bestücken zahlreiche Grafikartenhersteller Ihre neuen Modelle ebenfalls mit Video- Ein- und Ausgängen, so daß unter diesem Licht eine Investion in eine "nackte" M-JPEG-Karte vielleicht grundsätzlich gut überlegt werden sollte.


Artikel erschien auch in der CV 3/99

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