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Matrox Marvel G400



Seit kurzer Zeit hat die kanadische Firma Matrox eine Grafikarte auf dem Markt, die nebenbei auch noch eine Videoschnittkarte, eine TV/Videorecorder-Einheit und einen DVD-Player ersetzten soll. Wir wagen einen Blick auf die eierlegende Wollmichsau.

Als Grafikkarten haben die neuen Matrox Modelle mit dem G400-Chipsatz schon viele Lorbeeren bei diversen Computerzeitschriften eingeheimst. Nicht zu unrecht, denn die 3D-Leistung des Chips ist aktuellen Prudukten wie Nvidias Riva TNT2 mindestens ebenbürtig. Der Besondere Clou der Karten ist aber ihre Dual-Head Funktionalität, d.h. die Möglichkeit an einer Grafikkarte zwei Monitore oder einen Monitor und einen Fernseher zu betreiben. Da gerade Videoschnittanwender häufig unter chronischer Platzarmut auf dem Desktop leiden, findet sich diese Karte immer öfter auch in kompletten Videoschnittsystemen.

Mit der Marvel ging Matrox noch einen Schritt weiter und integrierte auf der Karte einen MJPEG-Chip von Zoran, welcher auch die hardwaregestützte Aufnahme und Wiedergabe von Videoströmen im PAL-Vollbildmodus ermöglicht. Leider hielten sich die Kanadier dabei nicht ganz an die CCIR 601 Norm und ermöglichten nur eine Auflösung von 704 x 576 Pixel. Profis bestehen auf 720 Pixel Horizontalauflösung, damit man die Videoströme ohne Skalierung nach DV oder MPEG2 wandeln kann. Wer seine Videos jedoch auch über die Marvel wieder herausspielt, wird von den fehlenden Pixeln nichts merken. Für den Videoschnitt fühlt sich die Karte übrigens auch in älteren Systemen wohl, jedoch lassen sich DVD´s erst mit Prozessoren ab ca. 450 MHz ruckelfrei genießen.

An Anschlüssen bietet die Matrox Marvel FBAS und HI8-(Hosiden)Buchsen, welche durch eine praktischen Breakoutbox von der Computerrückseite herausgeführt werden. In dieser Box findet sich auch noch ein Antennenanschluß, der den heimischen PC in einen Fernseher verwandelt, der sogar Videofilme auf Festplatte mitschneiden kann. Leider verhindert die Breakoutbox, daß man an die Marvel einen zweiten Computermonitor anschließen kann, da die VGA-Signale nicht separat herausgeführt werden. Dafür kommt durch die neue Möglichkeit das Vorschaufenster zeitgleich auf einem externen Videomonitor zu begutachten ein professionelles Schnittgefühl auf.

Die Installation der Karte verläuft dank einem beigelegten Installationsposter problemlos. Dieses führt auch unerfahrene Anwender Schritt für Schritt durch die Hürden des Einbaus. Die Marvel benötigt dabei einen AGP-Slot, welchen jedes modernere Mainboard mittlerweile bietet. An Betriebsystemen wird momentan nur Windows 95/98 unterstützt, NT-Anwender bleiben leider außen vor. Interessanterweise gibt jedoch einige Linux-Programmierer, die bereits an einer Anpassung der Karte an das alternative Betriebsystem arbeiten.

Als Schnittsoftware liegt der Karte Cinema von Avid bei. Dieses Programm ermöglicht durch seinen einfachen Aufbau gerade Einsteigern schnelle Erfolgserlebnisse. Cinema führt den Benutzer dabei in vier Schritten von der Drehbuchplanung über den Video-Import zur eigentlichen Bearbeitung und schließlich zur Ausgabe des Films. Bemerkenswerterweise bietet das Programm die Möglichkeit eines Voice-Overs, d.h. der Anwender kann das laufende Video "live" synchronisieren. Die Bearbeitungsmöglichkeiten an Videoclips beinhalten dagegen nur Überblendungen und Titel. Wer eine Farbkorrektur oder ausgefallene Filtereffekte sucht, muß zu größeren Schnittlösungen greifen. Immerhin liefert Matrox mit der Karte auch Voreinstellungsdateien für Premiere und Media Studio mit, wodurch sich die Marvel schnell unter einer neuen Schnittumgebung wohl fühlt.

Weil die Marvel auch die Möglichkeit bietet DVDs über den Fernseher wiederzugeben, mußte sich Matrox (wie jeder andere Hersteller von DVD-Hardware) verpflichten, einen Macrovision-Kopierschutz in der Hardware zu integrieren. Die Hollywood-Produzenten wollen sich dadurch vor billigen, analogen VHS-Kopien schützen. Dies ist in zweifacher Hinsicht bedauernswert: Erstens bekommt man Dekoder, welche das Macrovision-Signal herausfiltern können in jedem Eletronik Shop um die Ecke und zweitens beklagen viele User, daß dieses Signal auch beim Videoschnitt eingeschaltet bleibt und dort die Bildqualität verschlechtert. Glücklicherweise haben findige Programmierer jedoch einen Patch entwickelt, der das Macrovision-Signal (bitte nur zum Videoschnitt) abschaltet. Wer diesen Patch sucht, sollte einmal die Foren von www.matroxusers.com durchsehen. Eine aktuelle Patchversion findet sich meistens dort.

Wer plant, seine Videos mittels MPEG2 auf CD-ROM zu archivieren, dürfte sich über den beigelegten LSX -Encoder freuen. Dieses Programm ermöglicht es die erzeugten MJPEG-Videos der Marvel in stark komprimierte und dadurch platzsparende MPEG2 Ströme zu wandeln. Leider handelt es sich bei der mitgelieferten Version um eine eingeschränkte LE-Fassung, die keinerlei zusätzlichen Parameter-Einstellungen zulässt. Für die ersten Gehversuche mit dieser Kompressionsform reicht das Programm aber allemal. Der DVD-Player selbst spielt leider nur Scheiben von einem angeschlossenen DVD-ROM-Laufwerk ab. Uns gelang es nicht, eigene Filme von der Festplatte über diesen Player wiederzugeben. Allerdings ist dies mit dem ebenfalls mitgelieferten PC-Remote Tool möglich, welches einer Steuerzentrale gleicht. Über dieses Programm, welcher einer Fernbedienung nachempfunden wurde, kann der Anwender die gesamten Funktionen der Marvel verwalten.

Bei Vollbildauflösung erreicht die Marvel eine maximale Kompressionsrate von ca. 6:1, was einem Festplattendurchsatz von 3MB/s entspricht. Dabei liegt der Verdacht nahe, daß Matrox diesen Wert bewußt begrenzt, da der Zoran-Chipsatz durchaus auch höhere Datenraten zulässt. Für den Vorgänger der Karte -die Rainbow Runner- fanden einige Spezialisten bald eine Möglichkeit, die Softwarebremse zu lösen, jedoch ist uns ein solcher Patch für die Marvel G400 noch nicht bekannt. Da jedoch die 3MB durchaus guter SVHS-Qualität entsprechen, dürfte dies die meisten Anwender kaum stören. Wer mit DV-Camcodern arbeitet, wird sowieso eher zu einer Firewire-Lösung greifen.

Doch mit Videoschnitt und DVD ist der Funktionsumfang der Marvel noch immer nicht ausgereitzt: Der eingebaute TV-Tuner ermöglicht es, den Computermonitor in einen Fernseher zu verwandeln. Sogar die zeitgesteuerte Aufnahme von Sendungen auf Festplatte ist möglich. Wer zwischenzeitlich etwas Entspannung sucht kann sich schließlich noch an den zwei beigelegten Spielen Tonic Truble und Wild Metal Country erfreuen, oder mittels Photo Express seine Urlaubsfotos aufpeppen.

Fazit:

Matrox liefert mit der Matrox eine komplette Multimedia-Zentrale aus, die unter anderem auch noch Videoschnitt beherrscht. Und das nicht einmal schlecht. Ein Kompressionsrate von 6:1 galt vor gar nicht allzulanger Zeit noch als "sendefähig". Wer professionelleren Videoschnitt plant, kann die Karte auch mit Media Studio oder Premiere einsetzen. Besitzt man allerdings keine dieser Applikationen, so dürfte eine Bundle-Lösung der Konkurrenz (AV-Master oder DC30+) insgesamt günstiger kommen und bessere Qualität liefern, als der separate Zukauf des gewünschten Programms. Wer jedoch auch für die zusätzlichen Funktionen der Marvel Einsatz findet, dürfte kaum ein besseres Angebot finden. DVD-Player, TV-Videokombination und eine schnelle 3D-Grafikkarte für rund 700,- DM. Und der gesparte Platz ...... ist auch schon drin.




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