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Letztes Update: 13.Dezember

Tips und Tricks zur besseren Beleuchtung


Beleuchtungstips

Einer der Hauptunterschiede zwischen einem professionellen und einem Amateurvideo liegt oft in der Beleuchtung. Um eine Szene perfekt auszuleuchten, können schon mal ein paar hundert Mark für geliehene Scheinwerfer zusammenkommen, was bei einer Low Budget Produktion oft den Etat sprengen würde. Aber -wie immer- lassen sich mit etwas Improvisation und einem soliden Grundwissen über Licht auch mit gegebenen Mitteln ansehnliche Ergebnisse erzielen.

Innenaufnahmen

Für Innenaufnahmen kann man als Amateur nie genug Licht haben. Natürlich werben alle Camcoder-Hersteller damit, daß ihre Kameras schon bei wenigen Lux Bilder aufzeichnen können, jedoch werden diese Bilder dann durch Rauschen überlagert. Dieses Rauschen führt in Folge zu unschärferen Bildern und auch zu mehr Kompressionsartefakten, da die MJPEG-Komprimierung die Rauschteile als feine Bilddetails interpretiert und oft sogar verstärkt wiedergibt. Profis leuchten daher oft mit 10000 W und mehr ihre Szenen aus. Ein ambitionierter Heimfilmer scheitert meist schon daran, daß seine Steckdosen eine solche elektronische Last nicht verkraften. Daher als erstes eine einfache Formel, wieviel Licht man überhaupt einsetzen kann. Werfen Sie einen Blick in Ihren Sicherungskasten und schauen Sie auf die Sicherung des Stromkreises, den Sie benutzen wollen. Die Sicherungsleistung wird fast immer in Ampere (A) angegeben. Fragen Sie im Zweifelsfall einen Fachmann oder den Hausbesitzer. Diese Zahl multiplizieren Sie mit der aktuellen Stromspannung (in Deutschland sollte dies überall 230V sein). Das Ergebnis entspricht der maximalen Last. Ist Ihr Stromkreis zum Beispiel mit 16 A abgesichert, so können Sie maximal 16 x 230 = 3680 Watt benutzen. Bedenken Sie dabei aber, daß eventuell von dieser Leistung auch noch andere Geräte versorgt werden müssen, die am selben Stromkreis angeschlossen sind (Camcoder, Fernseher oder Kühlschrank). Falls Sie deren Leistungsverbrauch nicht bestimmen können, planen Sie eine großzügige Reserve für diese Geräte ein. Da in einem Haus meist mehrere Stromkreise existieren, kann man mittels einer Verlängerung auch aus anderen Räumen zusätzliche Leistung beschaffen, sofern man überhaupt so viele Lichtquellen besitzt.

Kommen Sie auch nicht in Versuchung Tageslicht mit Kunstlicht zu mischen. Filmen Sie einmal eine Person, die von der einen Seite durch ein Fenster beleuchtet wird und von einer weiteren künstlichen Lichtquelle bestrahlt wird. Sie werden (auch bei manuellem Weißabgleich) immer einen extremen Farbstich erhalten, je nachdem welche Lichtquelle die Person stärker beleuchtet. Sie können diesen Effekt zwar abmildern indem Sie vor die Kunstlichtquelle einen Blaufilter spannen (blaue Folie oder ähnliches), jedoch ist es in jedem Fall besser für die Ausleuchtung der Szene den Raum komplett abzudunkeln und einheitliche Lichtquellen zu verwenden.

Wie kommt man nun zu billigem Licht? Amateure setzen oft die beliebten (weil billigen) Halogen-Baustellenscheinwerfer ein. Diese bekommt man schon ab 20,- DM mit 500W Lichtleistung steckdosenfertig im Baumärkten. Ich habe jedoch eher schlechte Erfahrungen damit gemacht:

Diese Scheinwerfer werden sehr schnell sehr heiß. Infolge dessen heizen Sie den Raum unangenehm auf und können nur mit Handschuhen repositioniert werden können. Außerdem fällt schon mal ein Scheinwerfer um, und verschmort dann (im besten Fall) den Teppich. Daher sind diese Scheinwerfer auch nur für die Beleuchtung außerhalb von Wohnräumen zugelassen. Solche Scheinwerfer sollte man daher auch nie unbeaufsichtigt angeschaltet lassen.

Da sie kein sehr diffuses Licht erzeugen, blenden diese Scheinwerfer die Personen bei direkter Bestrahlung. In so einem Fall empfiehlt es sich Butterbrotpapier vor den Scheinwerfer zu spannen (Achtung, wenn dies zu nah an der Lichtquelle angebracht wird, kann es anfangen zu brennen).

Sie verbrauchen extrem viel Strom (500 W). Bei 4 Scheinwerfern sind die in Altbauwohnungen üblichen 6 Amperesicherungen schon deutlich überlastet.

Ich bin daher auf Leuchtstoffröhren umgestiegen, da sie eine sehr gute Lichtausbeute bei geringer Leistungsaufnahme besitzen (die stärksten Leuchten verbrauchen gerade mal 58 Watt !!). Außerdem erzeugen Sie sehr diffuses Licht, welches nicht blendet und mit dem sich Räume (aber auch Gesichter !!) relativ Problemlos gut ausleuchten lassen. Dabei werden diese Röhren lange nicht so heiß wie Halogenstrahler.

Mann bekommt oft komplette Halterungen mit Leuchtmittel (das ist die Leuchtstoffröhre), Starter und Trafo ab 15,- DM in Baumärkten (Vergleichen lohnt sich hier, Sonderangebote abwarten). Jedoch muß man meist selber die Stromkabel an diese Halterungen anschrauben, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Eigentlich dürfen solche Leuchten auch nur von Elektrikern installiert werden, um die Einhaltung der VDE-Norm zu garantieren (also immer auch die Schutz-Erdungsleitung anschließen). Fragen Sie im Zweifelsfall immer einen Elektriker. Auch ist die Befestigung der Leuchten oft ein Problem. Ich habe mir für jede Lampe ein "Stativ" gebaut (Tips dazu gibts mal später) und ein paar auch fest installiert.

Man kann die Lichtausbeute noch erhöhen, indem man parallel zur Lampe zwei lange und ca 15 cm breite Spiegel mit Klappscharnieren anbringt. Dadurch hat man die Möglichkeit einerseits zusätzliches Licht in Richtung Objekt umzulenken und man kann zusätzlich durch den klappbaren Winkel auch den Abstrahlwinkel begrenzen. Da solche Spiegel in der Regel von einem Glaser zugeschnitten werden müssen kann man sich auch mit einem harten Karton behelfen, auf den man Alufolie klebt. Dadurch wird das Licht noch etwas diffuser, was ja oft erwünscht ist.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Röhre, desto heller das produzierte Licht. Ich empfehle grundsätzlich nur Röhren mit 1,20 m (36 W) oder 1,50 m (58 W) Länge. Die kürzeren Modelle sind meist zu dunkel. Sie sollten auch darauf achten, daß alle Fassungen mit Röhren des selben Typs (möglichst auch vom selben Hersteller) bestückt sind. Die Typen unterscheiden sich in der Farbtemperatur. Die Farbtemperatur beschreibt einfach gesagt, welches Farbspektrum die Lampe abgibt. Hier gibt es Bezeichnungen wie Tageslicht, Hellweiss oder Warmton. Mischt man Lampen verschiedener Typen, so kommt es zu dem oben angesprochenen Mischlicht-Problem. Daher sollte man sich schon beim Kauf ein großes Ersatzlampenlager des selben Typs zulegen oder gleich alle Lampen mit spezieller Markenware, die jederzeit wiederbeschafft werden kann, bestücken. Für welchen Typ man sich entscheidet ist eine Geschmacks- und Preisfrage. Einige Lichtanbieter verkaufen für teures Geld spezielle Film- und Video-Leuchtstoffröhren, jedoch bekommt man meiner Erfahrung nach genau so gute Ergebnisse mit No-Name Röhren, wenn diese alle vom selben Hersteller stammen. Vorausgesetzt die Kamera besitzt einen manuellen Weissabgleich.

Der richtige Lichtaufbau

Licht in einem Raum kameratauglich zu positionieren ist eine Kunst, die oft unterschätzt wird. Grundsätzlich hat hier jeder Beleuchter seine Tricks und Geheimnisse. Außerdem verwenden Profis Belichtungsmesser, mit denen sich die Helligkeit und Farbtemperatur an jedem Ort im Raum schnell messen läßt. Ohne die Sache jetzt mathematisch werden zu lassen (was sie durchaus sein kann), gibt es dennoch einige klassische Positionierungstips, die man als Basis für eine gute Beleuchtung immer verwenden kann. Jedoch sollte man sich nie scheuen, Variationen solange auszutesten, bis man mit dem Lichteindruck zufrieden ist (Tip am Rande: Wenn möglich immer einen Videomonitor bei den Aufnahmen an der Kamera angeschlossen lassen. Der Sucher der Kamera vermittelt selten den richtigen Lichteindruck).

Grundsätzlich werden meistens drei Lichtquellen eingesetzt: Führungslicht,Aufhellicht und Gegenlicht.

Das Führungslicht stellt immer die Hauptlichtquelle dar. Man sollte das Führungslicht so positionieren, daß es den Zuschauer nicht vor unlogische Fragen stellt. (z.B. Warum kommt das Licht von rechts, wenn in der Kulisse alle Fenster auf der linken Seite sind, oder das Licht eigentlich von der Deckenlampe ausgehen müßte ?). So sollte auch bei zwei Frontalaufnahmen von Dialogpartnern das Führungslicht nicht von der selben Seite kommen, wenn sich die Kamera logisch um 180 Grad gedreht hat. Läßt einem die Kulisse jedoch mehr Freiraum, so wird das Führungslicht oft in einem horizontalen 45 Grad Winkel etwas versetzt neben der Kamera plaziert (wie eine virtuelle Sonne am Nachmittag). Je nach Einfallwinkel auf das Objekt wirft das Führungslicht nun Schlagschatten auf die Oberfläche.

Sind diese nicht gewollt, was meistens der Fall ist, werden diese durch das sogenannte Aufhellicht reduziert. Daher plaziert man dieses auf der anderen Seite neben der Kamera. Solange man nicht eine Fernsehshow produziert, wo meistens alle Schatten im Gesicht durch Softlights (extrem diffuses Licht) entfernt werden, gibt es auch genug Szenarien in welchen man durch gezielten Einsatz von Schatten die Plastizität der Objekte dadurch stark erhöhen kann.

Die dritte Lichtquelle -das Gegenlicht- hebt das Objekt gegenüber dem Hintergrund hervor. Dazu sollte es so plaziert werden, daß es niemals direkt in die Kamera leuchtet. sondern nur das Objekt von hinten bestrahlt.

Oft werden noch weitere, weniger dominante Lichtquellen eingesetzt, um im Hintergrund oder in der Kulisse Lichtakzente zu setzen. Dies kann notfalls auch mit herkömmlichen Glühbirnen erfolgen, die mittels Papierklappen in ihrer Streulichtung begrenzt werden.

Außenaufnahmen

Wenn man im Freien dreht, muß man sich meist an die gegebenen Lichtverhältnisse anpassen. Wichtig ist hier vor allem den zeitlichen Abstand zwischen erster und letzter Aufnahme so gering wie möglich zu halten, weil sich sonst die Lichtverhältnisse innerhalb der Szene auffallend ändern. Oft hat man gerade bei starkem Sonnenlicht Schattenprobleme. Da jedoch in der Regel Scheinwerfer bei weitem nicht so hell sind wie ein schöner Sommertag und man außerdem wieder eine Mischlichtproblematik hätte, behilft man sich hier mit einer anderen Methode. Man benutzt Reflektoren. Dies sind große Platten, die entweder eine weiße Oberfläche besitzen oder mit zerknitterter Alufolie beklebt werden. Auf dieser Fläche wird das Sonnenlicht diffus reflektiert und kann -wie mit einem Spiegel- dazu benutzt werden Schatten aufzuhellen. Die Plazierung erfolgt analog dem Aufhelllicht bei der Innenbeleuchtung. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, daß solche Reflektoren keine Steckdose benötigen, die bei Low-Cost Außenaufnahmen oft nicht verfügbar ist.



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