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Letztes Update: 28.Oktober

Wie läßt sich Video "filmähnlicher" gestalten ?


Wer plant, einen Spielfilm, Kurzfilm oder ähnliches auf Video zu produzieren oder sogar später auf 16 oder 35mm hochzukopieren, wird sich schon öfters über die etwas sterilen, elektronischen Farben, die dieses Medium mit sich bringt Gedanken gemacht haben. Auch wenn man eine Szene gut ausleuchtet, sehen die Aufnahmen meistens wie in "Lindenstraße" oder andere Daily Soaps aus, die ebenfalls auf Video produziert wurden. Die Farben wirken irgendwie hart, während sich auf Zelluloid produzierte Filme durch weichere und irgendwie natürlichere Farbgebung auszeichen. Daher nun einige Tips, wie sich Videoaufnahmen etwas Filmähnlicher gestalten lassen:

1. Dem Video etwas Schärfe nehmen.

Weil das CCD in der Kamera grundsätzlich nur eher weiche Bilder mit wenigen Details aufnehmen kann benutzen fast alle Videokameras einen elektronischen Scharfzeichner. Dieser untersucht das Bild auf starke Kontranstübergänge und fügt an den gefundenen Stellen weiße oder schwarze Linien hinzu, um das Bild schärfer zu machen. Ist dieser Scharfzeichner zu hart eingestellt, wirken die Bilder schnell steril. Daher bieten viele Kameras eine Möglichkeit die Stärke der "Nachschärfung" zu regulieren. Diese Regler heißen meistens "Detail Level", "Contour correction" oder (Wie auch bei der Sony VX1000) "Sharpness", und sind entweder direkt zugänglich oder verstecken sich hinter einer nur mit dem Schraubenzieher zugänglichen Justierschraube. Oft bietet auch ein internes Menü eine Regulierungsmöglichkeit der Schärfe. Schließen Sie ihre Kamera an ihren Monitor oder Fernseher an und richten sie die Kamera auf ein Objekt ihrer Wahl. Justieren Sie nun die Schärfe ihres Camcoders solange, bis Sie ihr persönliches Optimum gefunden haben. Besitzt dagegen Ihr Camcoder keinerlei derartige Einstellmöglichkeit (was gerade bei billigen Consumermodellen der Fall ist), oder ist Ihnen das Bild immer noch zu "scharf", dann können Sie sich mit folgendem Trick weiterhelfen:

2. Einsatz eines Diffusionsfilters

Ein Diffusionsfilter (auch oft bekannt als Weichzeicher) wird vor die Kameralinse montiert und reduziert in erster Linie den Kontrast der Aufnahmen. Dadurch entsteht ein weicheres Bild. Wer hierbei gleich an vor Romantik triefende, verwaschene Aufnahmen denkt, der sei darauf hingewiesen, daß es diese Filter in verschieden Stärken gibt, die von "fast nicht erkennbar" bis "Trüber Blick durch eine Milschglasscheibe" reichen. Gehen sie zu einem Videofachhändler und probieren Sie verschiedene Modelle durch. Sollte Ihnen einer dieser Filter zusagen, dehen Sie konsequent jede Szene Ihres Films damit. Sollte Ihnen diese Möglichkeit nicht gefallen, gibt es auch noch Möglichkeiten in der Nachbearbeitung den Film etwas weichzuzeichnen, jedoch ist das mit Premiere oder Mediastudio erreichte Ergebnis meistens nicht so natürlich, wie ein vorher montierter Filter.

3. Den Weißabgleich täuschen

Wenn die Kamera die Möglichkeit bietet den Weißabgleich manuell vorzunehmen, ergeben sich hier viele Möglichkeiten unkompliziert in die Farbgebung der Aufnahmen einzugreifen. Nimmt man zum Beispiel statt eines ganz weißen Papiers, eine leicht Blau getönte Vorlage werden die aufgenommen Farben viel wärmer. Braucht man dagegen für einen Science Fiction Film eine sehr kalte Farbgebung muß man dem Camcoder beim Abgleich eher warme Töne präsentieren, da diese danach im aufgezeichneten Farbspektrum unterrepresentiert sind. David Crossman empfiehlt zum Beispiel hierfür einfach den eigenen Handrücken vor die Kamera zu halten, jedoch sollte sich dabei die Hand natürlich im Licht der beleuchteten Szene befinden. Diese sehr unkomplizierte Methode wird oft als höchst unprofessionell betrachtet, aber erlaubt ist was gefällt. Ansonsten lassen sich die Farben ebenfalls in der Nachbearbeitung verändern, jedoch ist dies meist mit weit mehr Aufwand verbunden, und sieht oft auch unnatürlicher aus, als die hier beschriebene Methode.

4. Den Zeilensprung eliminieren

Videoaufnahmen benutzen, wie an anderer Stelle in diesem Buch beschrieben, prinzipbedigt das Zeilensprungverfahren. Filme auf Zeluloid werden dagegen mit echten 25Vollbildern gedreht und wiedergegeben. Während Video also auch Bewegungen zwischen zwei Halbbildern aufnimmt, ist dieser Effekt im Kino oder bei Filmen die nachträglich auf Video überspielt wurden nicht bemerkbar. Um auch bei den eigenen Aufnahmen diese Wirkung zu erzielen gibt es einen eleganten und einen unsauberen Weg. Die elegante Methode liegt einmal mehr im Camcoder oder genauer in dessen Möglichkeit die Belichtungszeit manuell einstellen zu können. Verkürzt man nämlich die Belichtungszeit auf 1/25 Sekunde zeichnen viele Camcoder statt 2 Halbbildern ein Vollbild auf die Kamera. Dadurch gewinnt man zusätzlich auch eine etwas höhere Belichtungsempfindlichkeit, da das CCD doppelt solange Zeit hat, das einfallende Licht aufzunehmen. Ob Ihr Camcoder sich ebenfalls so verhält, können Sie leicht testen: Schwenken Sie die Kamera bei einer Aufnahme mit halber Belichtungszeit leicht nach links und nach rechts. Capturen Sie die Aufnahme anschließend in ihren Computer und erzeugen Sie ein Standbild von einem Frame, bei dem sich die Kamera in Bewegung befand. Sind auf diesem Standbild nun deutliche Unterschide zwischen zwei Pixellinien zu erkennen, haben Sie leider Pech gehabt, und müssen zur unsauberen Methode übergehen, die gleich beschrieben wird. Ist das Bild jedoch gleichmäßig verwischt, haben Sie gerade auch einen für Zeluloid typischen Effekt vor Augen. Die Bilder verwackeln leichter und fangen bei Schwenks viel schneller zu schmieren an. Während man beim echten Film jedoch die Belichtungszeit für jedes Einzelbild beliebig enstellen kann, sind Sie mit Ihrem Camcoder an die 1/25 Sekunde gebunden. Also sollten Sie möglichst immer mit Stativ filmen und dabei neidlos den Vorteil vor Augen behalten, daß Videomaterial dafür um einiges billiger und leichter nachzubearbeiten ist. Oder Sie lesen ebenfalls, da die folgende Methode letzteres Problem nicht kennt. Hierbei filmen Sie ihr Material wie üblich mit beliebiger Belichtungszeit und reduzieren in der Nachbearbeitung die horizontale Auflösung um die Hälfte, d.h. beim Pal Vollformat von 576 Zeilen auf 288 Zeilen. Dies kann entweder schon beim Capturing vollzogen werden, was auch den benötigten Speicherplatz auf der Festplatte halbiert, oder in den Videoschnittprogrammen herausgerechnet werden. Die Programme bieten auch Möglichkeiten bei derartig halbierten Bildern jede zweite (fehlende) Zeilemittels Interpolation zu einem Vollbild zu ergänzen. Nachteil dieser Methode ist natürlich der damit verbundene Informationsverlust, da auch ein durch Interpolation wieder "aufgeblasenes" Bild nie die Schärfe der Ursprungsaufnahme erreichen wird. Auch hier gilt die Devise "Ausprobieren und selber beurteilen".

5. Echtes Kinofeeling durch Ränder erzeugen

Wenn man keine Ambitionen zeigt, sein Werk auf ein Filmformat hochzukopieren, sondern der Film grundsätzlich nur auf Monitoren wiedergegeben wird, ist es oft sehr effektiv in der Nachbearbeitung oben und unten schwarze Balken in das Video hineinzurechnen. Dies erweckt beim Publikum den Anschein es handle sich um einen herunterkopierten Videofilm. So banal der Trick klingt, so wirkungsvoll ist er. Außerdem können Sie ihren Film auch bildschirmfüllend auf den neuen 16:9 Fernsehern im Zoommodus betrachten. Lassen Sie sich überraschen, wie anders ihr Video in diesem Format plötzlich wirken kann, weil diese Darstellungsform dem natürlichen menschlichen Blickfeld viel ähnlicher ist. Falls Sie sich entschließen sollten diesen Effekt bei ihrem Projekt einzusetzen, sollten Sie schon beim Dreh darauf achten, daß Sie nicht den vollen 4:3 Ausschnitt benutzen, da die Information des oberen und unteren Randes später nicht sichtbar sein wird. Testen Sie alle genannten Tips doch einmal mit einigen einfachen Probeaufnahmen und scheuen Sie sich nicht soviel wie möglich mit den Einstellungen zu experimentieren. Vielleicht finden Sie auch noch den einen oder anderen Trick um das Medium Video etwas filmähnlicher zu gestalten.

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