slashCAM Startseite
Forum
News
Artikel
Benchmark
DV-Lexikon
Gebrauchtbörse
Video News
Profi Notebook mit detachable 4K Touchscreen: HP ZBook x2 im Test
Zeiss stellt neue High End Vollformat (+) Festbrennweiten-Serie Supreme Prime mit T1.5 vor
Lang Lebe Film! Moderne 65mm Filmkamera Magellan 65mm vorgestellt
Firmware Updates für Panasonic GH5, GH5s und G9 am 30.Mai
8K Monitor Dell UltraSharp UP3218K im Test
Fast CinemaDNG Processor jetzt mit Magic Lantern Unterstützung
RED senkt die Preise massiv und verschlankt sein Kamera-Angebot
Holo-Smartphone RED Hydrogen One im Hands-On
"You are Wanted" Staffel 2: DJI Drohne statt Seilkamera
Künstliche Intelligenz zur automatisierten Fotomontage - Deep Painterly Harmonization
Überstunden-Apps für Filmschaffende
Storyboards für Hollywood Blockbuster per iPad Pro
LG 38WK95C: Curved 38" UltraWide HDR10 Monitor mit 3.840 x 1.600
Videotutorial: David Fincher - Perfektion bis ins Detail: Mindhunter u.a.
Spezialisierte Micro-I/O Karten von Blackmagic: DeckLink SDI Micro / Micro Recorder

Canopus EZDV



Mit der Einführung der EZ(Easy)DV-Schnittkarte will Canopus wohl der drohenden Gefahr von billigen Firewirekarten entgegenwirken. Schließlich berichten immer mehr User von einer funktionierenden Kombination aus Windows 2000 und diversen No-Name Karten. Warum sollte also der Käufer rund 700,- DM auf den Tisch legen, wenn er auch schon für 200,- DM eine Schnittkarte mit Software erhalten kann?

Im Gegensatz zur DV-Raptor, welche Canopus auch weiterhin als Luxus-Soft-DV-Karte im Angebot behalten will, ist als erstes die fehlende Durchschleif-Möglichkeit des analogen Videosignals weggefallen. Ich muß dazu sagen, daß ich diese Möglichkeit nicht besonders vermisse. Der Soft-DV-Codec von Canopus ist mittlerweile so schnell, daß er auf aktuellen Systemen sogar eine subjektiv bessere Vorschau auf dem Computermonitor erlaubt, als wenn das Signal über ein analoges Overlay erzeugt wird.

Besonders praktisch ist dabei, daß das Signal beim Schnitt nach wie vor am digitalen Ausgang der Firewire-Karte anliegt, so daß man nach wie vor einen Video-Kontrollmonitor über einen Camcoder mit DV-In anschließen kann.

Weiterhin bietet Canopus (um das Produkt von der Raptor abzugrenzen) keinerlei Treiberunterstützung für Premiere oder Media Studio Pro an. Als Schnittapplikation mit Timeline-Player steht einzig und allein das mitgelieferte EZEdit zur Verfügung. Dieses entspricht praktisch dem schon auf dieser Seite getesteten Raptor Edit. Das bedeutet aber nicht, daß man mit der EZDV nicht unter Premiere arbeiten könnte. Da der mitgelieferte Codec nach wie vor VideoforWindows-kompatibel ist, lassen die Clips der EZDV natürlich auch in andere Schnittapplikationen importieren.

Wer schon im Besitz einer "großen" Videoschnittapplikation ist, kann mit dieser durchaus seine Spezialeffekte erzeugen. Nur zum Aneinanderhängen und Herausspielen der einzelnen Clips muß EZEdit bemüht werden. Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: EZEdit ist ein durchaus beachtenswertes, besonders schnelles und stabiles Editing-Programm. Für meine Anwendungsfälle ist der Funktionsumfang jedoch etwas zu limitiert (keine mehrfachen Superimpose-Spuren, wenige Filter). Wer jedoch nicht gerade auf Special Effekts aus ist, sondern nur einen Urlaubs oder Industriefilm sauber und schnell schneiden will, dürfte an dieser Applikation nichts vermissen.

Ebenfalls dem Rotstift zum Opfer gefallen ist die 16:9 Unterstützung. Wer mit diesem Format arbeiten will, soll nach dem willen von Canopus zu einer größeren Schnittkarte greifen.

In den übrigen Bereichen ist die Karte mit der DV-Raptor identisch, d.h. sie besitzt ebenfalls den äußerst schnellen DV-Codec von Canopus und auch einen Ram-Puffer auf der Platine, der Dropped Frames wirkungsvoll zu verhindern weiß.

Weiters findet sich im Paket noch SoftExplode, eine Plugin-Erweiterung, welche 3D-Effekte ohne VGA-Karten Unterstützung berechnet. Wie schon öfters erwähnt, würde ich diese Effekte (wenn überhaupt) nur spärlich einsetzen. Wer aber Gefallen an herumwirbelnden Bildern hat, dürfte in diesem Paket eine geeignete Spielwiese finden.

Zuletzt hat Canopus auch noch Smart-Sound ins Paket gepackt, womit sich auch ohne musikalische Grundkenntnisse schnell eine passende Sound-Untermalung zum eigenen Video kreieren läßt.

Fazit:

Das faszinierenste an allen Canopus-Produkten besitzt auch die EZDV. Die nahezu unerschütterliche Stabilität und Kompatibilität mit diversen Camcoder-Familien, was letztendlich einen problemlose Installation und Schnittarbeit bedeutet. Gegenüber "No-Name" Firewire-Lösungen bietet die EZDV in den Bereichen Kompatibilität, Stabilität und Geschwindigkeit einen echten Mehrwert, den sich Canopus aber auch dementsprechend bezahlen läßt. Wer schon eine Schnittapplikation wie Premiere oder Media Studio besitzt und beim Arbeiten auf Timelineplayback verzichten kann, für den dürfte die EZDV sogar die bessere Wahl gegenüber einer DVRaptor sein. Schade ist dabei, daß all die Beschränkungen der EZDV nur aus marktstrategischen Gründen existieren. So könnte Canopus mit einem kleinen Software-Update, praktisch die volle Raptor-Funktionalität zur Verfügung stellen. Für eine derartige EZDV würden sicherlich viele Anwender auch gerne 1000,- DM zahlen.

Dennoch ist die EZDV jede Mark wert. Gerade für Anwender, welche einfach nur schneiden wollen ohne sich näher mit ihrem System auseinander zu setzen.




VideoX ist umgezogen zu slashCAM - aktuelle Artikel und News zum Thema Digitales Video gibt´s jetzt dort