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FAST DVD.master



Die Stärken der DVD.master liegen weniger im klassischen Videoschnitt, sondern viel mehr in der Erstellung verschiedener digitaler Distributionsformen. Ob DVD, (Super)VideoCD, Webseite oder Email, gerade Anfänger sollen mit wenigen Klicks problemlos zu einem fertigen Endprodukt gelangen.

Die Installation DVD.master wird detailliert auf Deutsch beschrieben und verlief ohne Probleme. Auf der Platine findet sich übrigens der bekannte Ccube DVXplore-Chipsatz, der ebenfalls auf einigen Produkten von Pinnacle oder Matrox seinen Dienst versieht. Obwohl dieser Chipsatz theoretisch auch DV-Signale verarbeiten kann, wird er bei der DVD.master ausschließlich zum De- und Encodieren verschiedener MPEG-Varianten genutzt. Über eine separate Breakout-Box können folglich auch nur analoge Videosignale (FBAS, Y/C, Chinch-Audio) ein- und ausgegeben werden.

Die mitgelieferte Software begrüßt den Anwender in einem extrem futuristischen Look. Als zentrale Anwednung dient dabei die neue FAST.movie Applikation, die von der Aufnahme über die Bearbeitung bis zur Ausgabe dem Benutzer alle relevanten Funktionen zur Verfügung stellt. Das Design ist dabei stark an die neuen Media-Player von Apple und Microsoft angelehnt. So finden sich beispielsweise an den Rändern runde Register, die sich durch anklicken ausfahren lassen und bestimmte Funktionen zur Bedienung freigeben.

Zu Beginn jedes Projekts müssen die einzelnen Videoclips aufgenommen werden. Dabei sollte sich der Anwender schon bewußt sein, für welchen Anwendungszweck das Projekt gedacht ist. Vordefinierten Schablonen stellen dabei sinnvolle Voreinstellungen für Web, VideoMail, VideoCD bereit. Wer seine Projekte feintunen will, kann dabei auch selbst auf Parameter wie Audio oder Video-Bitrate zugreifen und unter eigenen Schablonen speichern. Die Hardware unterstützt dabei alle gängigen MPEG Formate: Von MPEG1 mit 176 x 144 für Video-Emails bis zum vollen MPEG-2 Format mit variabler Bitrate bis zu 8 MBit kann die DVD.master alle Formate auf die Festplatte bannen. Weitergehende Parameter wie die MPEG2-GOP Struktur können allerdings nicht eingestellt werden.

Danach können die Clips im Medien-Manager sortiert und gesichtet werden. Auf einer separat ausklappbaren Timeline kann der Anwender alle Videos zusammenstellen und mit Übergängen und Titeln versehen. Von der Qualität dieser Effekte sollte man sich allerdings nicht zu viel erwarten. So sind sowohl bei den Text-Effekten als auch bei vielen Transitionen deutliche Pixeltreppchen zu erkennen. Dafür dürfte sich so mancher Anwender über eine oft vermißte Nachvertonungsmöglichkeit freuen: Neben einem zusätzlichen Audio Track bietet die Software die Möglichkeit via Voice Over einen Video während der Wiedergabe zu synchronisieren.

Leider läßt sich die Schnittarbeit auch nicht auf dem externen Schnittmonitor verfolgen. Will man einen fertigen Film wieder analog ausspielen, so muß dieser zuerst komplett gerendert werden. Das kann bei größeren Projekten schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Offensichtlich benutzt die Software bei dieser Funktion einen eigenen Softcodec und läßt den Hardwarecodec auf dem Board unbenutzt. Auf meinem Testsystem (Intel Pentium II 400, 192 MB Ram) fühlte sich das gesamte Programm auch gelegentlich etwas träge an und benötigte nach manchen Aktionen einige Sekunden Bedenkzeit, in denen die Applikation nicht "ansprechbar" war. Nicht umsonst empfiehlt FAST auch in ihrem Handbuch, den schnellstmöglichen Prozessor einzusetzen, den man bekommen kann.

Bei der Berechnung des Ausgabeformats ist man allerdings nicht auf die MPEG-Formate der Schnittkarte angewiesen. Für das Netzt können ebenfalls Real-Video-Dateien erzeugt werden. Überhaupt greift FAST beim Thema Internet-Video den Anfängern mit diesem Produkt stark unter die Arme. So wird beim Erstellen einer Videomail direkt das entsprechende Mail-Programm aufgerufen und der Clip als Attachment bereit gestellt. Will man sein Meisterwerk dagegen auf einer Webseit platzieren, spuckt FAST.movie gleich eine komplette Webseite aus, die bereits das eingebettete Video enthält. Außerdem gibt das Handbuch nützliche Hinweise, wie man solche Seiten bei seinem Provider einbindet.

Zum Erstellen von DVD´s befindet sich DVD.it LE m Lieferumfang. Leider ist der Funktionsumfang dieser Version stark eingeschränkt, daß Untertitel, mehrere Soundspuren oder verschiedene Kameraperspektiven erst nach einem teuren Update bereit stehen. Dafür ist die Bedienung des Programms wirklich kinderleicht.

Da wohl nicht jeder Heimanwender im Besitz eines DVD-Recorders ist, kann DVD.it auch sogenannte cDVD´s erstellen, die auf normalen CD-Roms oder CD-RW´s gespeichert werden können. Solche cDVD´s fassen bei guter MPEG-2 Qualität immerhin 15- 20 Minuten Filmmaterial. Der Clou ist dabei, daß DVD.it beim Brennen (was direkt aus der Applikation erfolgen kann) auch einen eigenen cDVD-Player auf die CD schreibt, wodurch die produzierten Scheiben auf jedem aktuellen PC abspielbar sein sollten. Wer jedoch lieber (Super) VideoCD´s erstellen will ist nach wie vor auf ein separates Brennprogramm wie Nero 5.0 angewiesen.

Fazit:

FAST bewirbt das eigene Produkt mit dem Spruch "From VHS to DVD in 3 Steps", was zwar einerseits die Einfachheit der Bedienung klar kommuniziert, jedoch nur den DAA (dümmsten anzunehmenden Anwendungsfall) der DVD.master beschreibt. Schließlich dürften die wenigsten Nutzer einen DVD-Brenner ihr eigen nennen und VHS-Videos dürften auf einer normalen VideoCD aufgrund ihrer geringen Qualität ebenso gut aufgehoben sein. Die Hauptzielgruppe der Karte dürften daher wohl in erster Linie Anwender sein, die ohne viel Hintergrundwissen analoges Videomaterial in elektronische Medien packen wollen. Als kostengünstiger Realtime Analog-MPEG2-Encoder ist das Produkt tatsächlich ein Preisschlager. Wer jedoch mit hauptsächlich mit DV arbeitet oder seine Filme stark nachbearbeiten will, dürfte auf dem aktuellen Markt geeignetere (Software-)Produkte finden um seine Filme digital zu verbreiten.


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