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SONY GV-D900E


von Mike Bauerfeind

Die Entscheidung zum Kauf des GV-D900E war bei uns eher eine Entscheidung der Brieftasche als der technischen Daten. Kommen herkömmliche Digitalvideorecorder wie der DHR-1000 von Sony auf Listenpreise um die 7500,- DM, steht der GV-D900E schon mit 4500,- DM in den VK-Preislisten der Händler.

So entschied ich mich dann zum preiswerteren Einstieg in die digitale Videowelt. Der Zweck war ebenfalls klar umrissen. Es musste ein digitale Aufzeichnungsmedium mit Firewire-Schnittstelle her, um die geschnittenen Filmbeiträge für regionale Fernsehstationen via DV300 von Pinnacle Systems wieder auf (Mini-)DV-Band aus dem Computer zurückzuspielen und somit das Master für die Ausspielung auf S-VHS zu erstellen. Diese Bedingungen erfüllt der "Video-Walkman" von Sony ohne Schwierigkeiten. Die etwas unelegantere Lösung mit freigeschalteter Videokamera (hier kommt die VX-1000 zum Einsatz) war nur kurz Gegenstand meiner Überlegungen, da dies mit einer enorm steigenden Belastung der Kameramechanik und nicht zuletzt mit Problemen bei der Garantie geführt hätte.

Tatsächlich habe ich im übrigen mit der VX-1000 bereits meinen ersten Garantiefall (Ausfall des LCD-Kontrollmonitors) bewältigt. Für ein Unternehmen, welches nur eine Kamera im Einsatz hat, die täglich gebraucht wird, ein "kleiner" Kampf um den Umtausch...

Aber zurück zum GV-D900E. Für Besitzer eines reinen DV-Schnittsystems hat der Recorder einen weiteren Vorteil, nähmlich analoges Videomaterial auf Mini-DV aufzuzeichnen und danach digital im Computer zu bearbeiten. Bisher war dies ja Besitzern der DV300 nicht möglich, da diese nur DV-Daten einlesen kann. Auch diese Eigenschaft ist sehr nützlich, braucht man beispielsweise älteres Archivmaterial, welches nur analog vorliegt.

Natürlich ist dies auch mit "echten" DV-Recordern möglich, daß es aber auch mit dem Kleinen von Sony geht, sollte doch erwähnt werden. Schon beim Kauf machten sich ürbigens die geringen Abmessungen des GV-D900E bemerkbar. Mit seinem reinen Gewicht von etwa 970g und den Abmessungen von nur 148x62x135 (B/H/T) wähnt man sich in dem Glauben, eher einen frühzeitlichen Walkman als einen vollwertigen DV-Recorder nach Hause zu tragen.

Aber genau das ist der GV-D900E. Mit entsprechendem Lithium-Akku ist das Abspielen der Filme jederzeit und an jedem Ort möglich. Im Gegensatz zum kleineren Bruder GV-D300E kommt er sogar mit einem 5,5 Zoll LCD-Monitor daher und eignet sich deshalb hervorragend zur Vorführung von Filmbeiträgen - beispielsweise bei Vorstellungsgesprächen in Sendeanstalten ;-)

Negativ ist allerdings die Tatsache, daß nur Lithium-Info Akkus von Sony verwendet werden können. So wird beispielsweise der Akku der VX-1000 (obwohl technisch bis auf das Info-System absolut gleich) vom System mit der Bildschirmmeldung "Lithium-Info System only!" abgelehnt.

Das muss aber nicht sein. So ist man gezwungen, extra für den GV-D900E einen neuen Akku zu erwerben, da dieser nicht im Lieferumfang ist. Ein weiterer Nachteil der geringen Größe sind die Anschlüsse. Die sind nähmlich nicht besonders reichlich vorhanden. So gibt es zwar Audio/Video-Anschlüsse, diese sind jedoch als umschaltbare Ein/Ausgänge konsturiert. Schließt man den GV-D900E dann beispielsweise als Zuspieler an und möchte danach anaolges Material auf Mini-DV aufzeichnen, müssen die Verbindungen umgesteckt werden. Praktischer wäre hier eine Adapterlösung oder ähnliches gewesen. Wenigstens bekommt der Benutzer aber einen qualitativ hochwertigeren S-VHS Ein/Ausgang neben dem herkömmlichen FBAS-Anbschluß. Dann gibt es natürlich noch die Firerwire-Schnittstelle, die beim GV-D900E als digitaler Ein- und Ausgang funktioniert. Sowohl in Verbindung mit der DV300 als auch bei direkten digitalen Quellen wie der VX-1000 funktioniert die Aufzeichnung problemlos.

Als weitere Anschlüsse findet man eine Kopfhörerbuchse sowie eine LANC-Schnittstelle.

Damit kommen wir auch zu den Schnittfunktionen des GV-D900E. Leider ist es in der Regel ja so, daß die spezielleren Funktionen der Geräte - gerade im Bereich Schnitt - von den Händlern eher stiefmütterlich behandelt und daher wenig aussagekräftig erklärt werden können. So auch in meinem Fall. War ich beim Kauf noch der Annahme, der Video-Walkman könne dank der LANC-Schnittstelle und seiner Schnittsteuerung problemlos in Zusammenarbeit mit der VX-1000 als Schnittrecorder dienen, so wurde ich Zuhause angekommen eines besseren belehrt.

Die in der Anleitung angepriesene Funktion der Schnittsteuerung für bis zu 10 Szenen erwies sich als reine Zuspieler-Funktion des GV-D900E für die ein weiterer Aufnahmerecorder nötig wäre.

Ebenfalls beim szenengenauen Schneiden. Zwar lässt sich eine Verbindung mittels Infrarotsteuerung herstellen, jedoch auch nur, wenn der GV-D900 als Zuspieler und nicht als Recorder dient. Auch Versuche mit der LANC-Schnittstelle schlugen übrigens fehl, diese werden jedoch nicht einmal im Handbuch beschrieben. Da aber der Schnitt mittels der DV300 ohnehin wesentlich eleganter ist, habe ich diese Eigenschaft schnell verschmerzen können. Jedoch sollte jeder gewarnt sein, der den GV-D900E als Aufnahmerecorder mit Schnittsteuerung nutzen will, dazu taugt er nicht.

Ansonsten gestaltet sich das Arbeiten aber recht einfach und flott. Viele Bedienungselemente sind direkt zugänglich und gestatten ein zügiges Arbeiten. Dank eines recht gut gelungenen Menüauswahlsystems kann man sich mit einer Art kleinem Jog-Shuttle recht schnell durch die Menüs bewegen und Einstellungen vornehmen. Für jeden VX-1000 Menüeinstellungsgeplagten eine echte Erleichterung.

Direkt und ohne Menü zugänglich sind alle Laufwerksfunktionen sowie die Tasten für Helligkeit des LCD-Monitors, Lautstärke sowie einiger Schnittfunktionen. Hat man eine IR-Fernbedienung von Sony (beispielsweise die der VX-1000), so kann man das Gerät auch aus der Ferne bedienen. Einziger aufgefallener Nachteil: Im Timecode enthaltene Zusatzinformationen wie Aufnahmedatum- und Zeit sowie Kameraeinstellungen lassen sich nur über die Fernbedienung aufrufen.

Ansonsten ist die Bedienung jedoch recht ordentlich möglich, auch wenn leider die Tasten nicht immer beim ersten Druck reagieren. Mit der Zeit hat man aber die Härte drauf, mit der eine Taste zur Funktion bewegt werden muss.

Zum Aufzeichnungsverfahren:

Der GV-D900E erlaubt das digitale Aufzeichnen sowohl im SP als auch im LP-Format. Mit Longplay passen isngesamt 90 Minuten auf ein 60 Minuten Mini-DV Band. Die Qualität leidet darunter zumindest nicht sehr offensichtlich, obwohl ich diesbezüglich nicht viel getestet habe. Für einen normalen Spielfilm reichen in der Regel auch 90 min nicht aus und somit dürfte dem GV-D900E diese Anwendung ohenhin nicht zugedacht sein und man sollte auf den LP-Modus gänzlich verzichten. Damit ist auch der Verwendungszweck klar umrissen, nähmlich digitale Nachbearbeitung von zumeist eigenem Videomaterial. Aber auch für den großen Bruder mit DV-Format gilt ja die Frage, wer sich für reine Spielfilme Kasseten zum Preis von derzeit noch rund 80,- DM für 180 min leistet...

Aber die Qualität der Aufzeichnungen ist naturgemäß einwandfrei und auch das Droppout-Aufkommen hält sich stark in Grenzen. Beim Ton hat man die Wahl zwischen 32khz mit 2 Stereotonkanälen und 48 khz mit einem Tonkanal. Die Nachvertonung ist zwar möglich, aber für meine Begriffe fast unbrauchbar.

So kann man im 32khz Aufzeichnungsverfahren nachträglich eine Tonspur nachvertonen. Jedoch erst nach der Videoaufzeichnung und im Gegensatz zu analogen Verfahren wird bei einer erneuten Videoaufzeichnung der Ton immer überschrieben. Also für meien Zwecke (Kommentar aufsprechen und dann die Bilder dazu schneiden) nicht nutzbar. Großes Manko: es gibt keinerlei Möglichkeit der manuellen Aussteuerung von Audiosignalen !!

Bei Kassetten mit IC-Chip kann man übrigens der Kassette einen Namen geben (sinnvoll) und an beliebiegen Stellen Titel einblenden (spielerei). In der Regel wird sich der Benutzer aber ohnehin auf die weitaus preiswerteren Kassetten ohne Chip konzentrieren und damit diese Funktion nicht weiter beachten.

Ein besonderes Leckeli ist übrigens die Laser-Link Schnittstelle. Damit lassen sich Bild- und Ton via Infrarot an einen beliebigen Empfänger (Videorecorder, AV-Empfänger) drahtlos übertragen, wenn der Empfänger ebenfalls über Laserlink verfügt. Da mir ein solcher Empfänger jedoch nicht zur Verfügung steht, konnte diese Funktion nicht weiter getestet werden.

Einen Nachteil möchte ich dem Leser aber nicht vorenthalten. Die Mechanik des Video-Walkmans stammt offensichtlich aus einer Digitalkamera und ist damit entsprechend klein und empfindlich gehalten. Im Gegensatz zu richtigen Videorecordern kann dies (muss freilich nicht) bei Dauernutzung schneller zu mechanischen Abnutzungen führen. Hier ist nach etwa 1/2 Jahr täglichem Dauereinsatz zwar noch nichts davon zu spüren, aber vorsichtshalber weise ich darauf hin. Und einen dicken Miunspunkt verdient der eingebaute Lautsprecher, der eher an ein 70er Jahre Mini-Taschenradio als an ein digitales High-Tec Produkt erinnert. Hier wurde ganz offensichtlich an der falschen Stelle gespart. Aber ansonsten ist das Gerät schon mal einen Blick wert. Zumal man in dieser Hinsicht immer mit den Verkäufern handeln kann. Derartige Geräte sind zumindest im Moment noch Nischenprodukte und daher entsprechend häufig Ladenhüter.

Ich jedenfalls konnte nach zähem Ringen einen Preisnachlaß von 550,- DM (4499,- auf 3949,- DM) bekommen,. was den Preis des GV-D900E schon verdächtig nah an den GV-D300 (3499,- DM) herankommen lies...



Für Infos und Nachfragen:

Bauer-Records@gmx.net

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