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Pinnacle/Miro DV300



Nachdem die DV300 nun schon eine Weile auf dem Markt ist, hat sie endlich auch ihren Weg in unser Testlabor gefunden. Die Hardware der Karte ist mit dem Adaptec AHA8945 Firewire Controller identisch und auch einige der mitgelieferten Treiberdateien stammen aus der bekannten Controller-Schmiede. Wer nun -wie sich auch viele unserer Leser fragten- daran denkt, den billigeren Orginal-Controller zu erstehen und die Miro Software dazu aus dem Internet zu stiebizen, den müssen wir an dieser Stelle enttäuschen. Die Miro Software läuft nur mit der orginal DV300, die sich wohl durch die Firmware vom Adaptec Controller unterscheidet.

Neben dem begehrten Firewireanschluß bietet die Karte auch noch einen UW-SCSI Controller. Aber keine Angst, die Karte lief auch mit sehr viel billigeren EIDE Festplatten (IBM DTTA 16GB und Maxtor 6GB) problemlos. Die Platte muß nur eine dauerhafte Transferrate von über 4 MB/s liefern, was moderne EIDE-Platten mit Busmaster Treibern locker schaffen. (Aktuelles hierzu bald auf dieser Seite).

Die Capturesoftware Miro Story-Tools arbeitete (meistens) stabil. Besonders ist hierbei zu erwähnen, daß bei langsameren Festplatten das Programm in einem zweiten Durchgang ausgelassene Frames nocheinmal captured und dadurch eine fehlerfreie AVI-Datei erstellt. Außerdem erfaßt die Software alle einzelnen Szenen auf einem DV-Tape und kann diese nach belieben auf die Festplatte kopieren. Dies kann in vielen Fällen ein aufwendiges Backup ersparen, da nur noch das Projekt gesichert werden muß (und das paßt in der Regel auf eine Diskette). Sollte dann eine Festplatte den Geist aufgeben, kann die Software die verlorenen Clips wieder Framegenau vom DV-Tape restaurieren.

Die aktuellen Treiber unterstützen bisher nur Premiere 4.2, wobei sich schon ein Beta Treiber im Internet findet, der Premiere 5.0 unterstützt. Zusätzlich legt Miro das schon bekannte Instant Video Plugin und Premiere 4.2 LE der Karte bei.

Alle Leser, die bis heute auf unseren Testbericht gewartet haben können aufatmen: Das warten hat sich gelohnt! Die Karte ist ein absoluter Renner. In unseren neuen Benchmark Tests, die ihr demnächst tabellarisch auf dieser Seite finden werdet, belegt die Karte trotz Softcodec einen fabulösen zweiten Platz hinter der DC30+. Um uns richtig zu verstehen: unter 266 Mhz (egal ob Intel oder AMD K6-2) macht die Karte noch keinen Spaß. Ab dann läßt sich im Viertelbild-Overlay von Premiere in Echtzeit scrubben. Wer einen inputfähigen DV-Camcoder oder Recorder besitzt kann das Signal auch auf einem externen Monitor begutachten und auch schon mit kleineren Prozessoren arbeiten. Aber richtig lustig wird es mit der Karte auf einem PentiumII mit 400 Mhz. Im Vergleich zu HardwareCodec-Lösungen nimmt die Rendergeschwindigkeit nämlich fast linear mit der Prozessorleistung zu, was der Karte eine gewisse Zukunftssicherheit verschafft. So kann man das Geld anstatt in neue Schnittkarten in neue Prozessoren investieren.

Aber wo viel Lob ist, ist auch Tadel. (Lusterweise haben wir diese Kritikpunkte noch nie in anderen Testberichten gelesen, wohl aber auf der Miro Support Seite):

Die meisten Probleme bereitet eine Eigenheit von Premiere 4.2. Die meisten Camcoder liefern mit dem DV-Strom die Audiodaten entweder mit 48 Khz (1 Stereo Kanal) oder mit 32 Khz (wie die VX1000). Premiere 4.2 kann dagegen nur Projekte mit 11, 22, oder 44 Khz erstellen. Importiert man nun diese Clips in Premiere so konvertiert das Programm die Audiodaten bei der Ausgabe auf 44 Khz. Dies geschieht jedoch so unsauber, daß der Sound von einem unprofessionellen Klirren überlagert wird. Um dies zu umgehen sollten alle Clips vor dem Importieren mit einem professionellen Soudbearbeitungsprogramm, das mit AVI-Files umgehen kann auf 44Khz konvertiert werden. Der fertige Clip sollte dann wieder auf einen DV-Kompatiblen Modus (32 oder 48 Khz) zurückgesamplet werden. Den etwas professionelleren Locked Audio Mode, der von der DV-Master unterstützt wird, beherrschen die Miro Treiber leider (noch??) nicht. Wer jedoch letztere Funktion nicht benötigt, der kann auch auf eine stabile Version von Premiere 5.0 und geeignete Treiber warten, da die neue Premiere Version beliebige Sampleraten unterstützt.

Was die Bildqualität selbst angeht, kommen die Vorteile eines DV Systems voll zum tragen. Keine Qualitätsverluste und dank Instant Video auch kein 2 GB Limit. Jedoch fiel uns auf, daß die Treiber (Version 1.00) gelegentlich komplett die Synchronisation verloren. Ein erneutes drücken der Play Taste sorgte aber immer wieder schnell für Ordnung. Ob sich die Synchronisation auch bei längeren Projekten stabil hält konnten wir aus Zeitmangel leider nicht testen.

Schließlich sollte auch die komplett fehlende 16:9 Unterstützung der Software nicht unerwähnt bleiben. Anfragen bei Miro ergaben nur Antworten wie: "Wie es reinkommt, so geben wir es auch wieder raus". Wir haben es auf jeden Fall trotz intensiver Bemühungen nicht geschafft ein 16.9 Signal (rein) auch im selben Format wieder "raus"zugeben.

Summa Summarum:

Eine schnelle Firewire Lösung mit kleinen Macken, die sich vorrausichtlich in naher Zukunft in Luft auflösen. Und das ganze für unter 2000,- DM. Wer kann da denn schon meckern?

Na, wir natürlich. Zumindest ein bischen :)

P.S: Mit dem Erscheinen dieses Artikels wurde gerade die neue Treiberversion 1.5 freigegeben.


Pinnacle DV300
Bildqualität 7/10   + uneingeschränkte DV-Qualität
+ mitgelieferter Timeline-Player für Projekte über 2 GB
+ Schnellster SoftCodec
+ Eingebauter SCSI UW-Controller

- SoftCodec nicht separat einsetzbar
- Soundprobleme mit Premiere 4.2
- Keine 16:9 Unterstützung
Stabilität 8/10
Ausstattung 7/10
Geschwindigkeit 7/10
Preis/Leistung 6/10


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