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Adaptec Hot Connect 8945



Nachdem Adaptec bisher nur als Zulieferant für andere Schnittlösungen (z.B. Pinnacle/Miro DV300) im DV-Markt mitmischte, schickt die Firma nun auch unter eigener Flagge eine Firewire/iLink-Lösung ins Rennen. Und das zum sensationellen Preis von ca. 1400,- DM !!

Die 8945 unterscheidet sich von reinen Firewire-Karten durch ihren eigebauten UW-SCSI Controller und die beigelegte Software. Der Controller entspricht dabei einem vollwertigen Adaptec 2940-UW-Kit mit allen benötigten internen Kabeln. Plant man bei der Systemzusammenstellung den Einsatz von SCSI-Platten, kann man sich mit dieser Lösung einen zusätzlichen SCSI-Adapter sparen. Wer bereits hier eine Ähnlichkeit zur DV300 von Pinnacle/Miro vermutet, liegt goldrichtig. Die beiden Karten geichen sich wie ein Ei dem anderen. Wer nun jedoch daran denkt, die billigere 8945 zu kaufen, um dann die Treiber der DV300 darauf zu insallieren, sei an dieser Stelle gewarnt: Die Karten unterscheiden sich durch kleine Änderungen in der Firmware. Während Adaptecs Treiber auch mit der DV300 läuft, hat Pinnacle dem umgekehrten Einsatz einen Software-Riegel vorgeschoben. Die DV300-Treiber laufen nur mit der orginal Pinnacle/Miro-Karte im PCI-Slot. Im Gegensatz zu dieser Karte legt Adaptec seiner 8945 kein Videoschnittprogramm bei. Da jedoch viele Benutzer schon meistens schon eine analoge Schnittkarte mit einer Software Lizenz besitzen, ist dieses Manko wohl für viele Anwender leicht verschmerzbar.

Die Installation der HotConnect 8945 verlief ohne bemerkenswerte Vorkommnisse, eben so, wie man es von einer Plug & Play Karte erwarten können sollte (die Realität sieht ja leider oft anders aus). Sollten dennoch Probleme bei der Installation oder bei der Bedienung auftauchen, hat das gut und ausführlich geschriebene Handbuch meistens eine Lösung parat. Neben den Treibern installiert die Karte ein DV-Diagnostic Tool, welches bei auftretenden Problemen über den Zustand der einzelnen Treiber informiert.

Das mitgelieferte DVDeck stellt die Steuerzentrale der Karte dar. Über diese Software lassen sich verschiedene DV-Garäte steuern, einzelne Clips verlustfrei auf die Festplatte spielen, Bandstellen suchen und Schnappschüsse machen. Ebenso lassen sich hiermit einzelne Clips auf einen externen DV-Recorder aufnehmen. Durch die eingebaute Overlay-Funktion muß hierfür nicht einmal ein externer Monitor bemüht werden, sondern der Benutzer kann das ganze Material (allerdings nicht in voller Auflöung) am PC-Monitor sichten. Ein automatisches Scannen der DV-Tapes, wie es die mit der DV300 mitgelieferten Story Tools beherrschen (siehe Bericht PC Video 1/98, S. 24) ist mit dem DVDeck leider nicht möglich. Dennoch stellt dieses Programm eine praktische und solide Hilfe bei der Sichtung und Aufnahme des Materials dar.

Äußerst nützlich ist ein mitgelieferter Timeline-Player für Premiere 4.2. Dieser erlaubt es (wie auch ähnliche Lösungen von FAST oder Pinnacle/Miro) Clips direkt aus der Timline mit harten Schnitten ruckelfrei abzuspielen oder via Firewire auf DV-Band auszugeben. Dadurch können auch Videoprojekte gestaltet werden, die größer als 2 GB (ca. 9 min 37 sec) sind. Außerdem unterstützt der mitgelieferte Codec durch seine Overlay-Fähigkeiten eine direkte Vorschau. Auf einem PII 300 konnte man in Premiere 4.2 mit Viertelbild-Qualität in Echtzeit scrubben. Wie auch bei der DV300 wird die Arbeit mit der 8945 jedoch durch einen kleinen Bug in Premiere 4.2 etwas getrübt:

Premiere 4.2 kennt nur drei Ausgabefrequenzen für fertige Filme (11, 22, 44 kHz). DV-Camcoder liefern dagegen ihr Audiosignal mit 32 oder 48 kHz. Bei der Bearbeitung eines Projekts konvertiert Premiere die Audiospur "schlampig" auf 44kHz, was sich in einem lästigen Klirren und öfteren Synchronisationsproblemen äußert. Abhilfe verschafft hier nur das vorherige Resamplen der einzelnen Clips in einem professionellen Audiobearbeitungsprogramm (z.B.: Sound Forge). Premiere 5.0 kann dagegen schon problemlos mit der 8945 umgehen, da Adaptec hierfür angepasste Treiber entwickelt hat, die man im Internet findet (www.adaptec.com).

Wer Ulead Media Studio als Schnittprogramm bevorzugt, muß sich ebenfalls nicht mit diesem Problem herumschlagen. Dafür ist bei der Arbeit mit diesem Programm die Projektdauer auf ca. 9 min beschränkt, da Adaptec keinen Timelineplayer für dieses Softwarepaket beilegt.

Hardware oder Softwarecodec?

Unter einem Codec versteht man ein Modul, daß die Videodaten komprimiert bzw dekomprimiert. Dieses kann hardwareseitig erfolgen, indem der Codec auf der Schnittkarte platziert ist, oder der Prozessor übernimmt selbt die Rechenarbeit. Im letzteren Fall spricht man von einem Softcodec. Bis vor einem Jahr gab es praktisch nur Hardwarecodec-Lösungen (z.B. FAST AV-Master oder Miro DC30), da die gängigen Prozessoren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht leistungsfähig genug waren, die aufwendigen Kompressions-Berechnungen in einer akzeptablen Zeit zu bewältigen. Mit Prozessortaktraten ab 300 Mhz ist es jedoch möglich diese Berechnungen ebenfalls in Echtzeit auszuführen.

Je schneller nun ein Codec den Datenstrom dekodieren kann, desto kürzer werden die gesamten Renderzeiten eines Projekts. Zum Vergleich haben ein identisches DV-Projekt mit drei verschiedenen DV-Karten unter Premiere 4.2 berechnen lassen. Der Testaufbau bestand dabei aus einem BX-Board mit 64 MB Speicher, einer Matrox G100 Grafikkarte, einer IBM 16 GB EIDE Platte und diversen Pentium II-Prozessoren. Die Tabelle zeigt die Renderzeiten in Sekunden:



Wie man sieht, besitzt die DV300 den schnellsten Codec, gefolgt von der Adaptec 8945. Die DV-Master ist auf einem Intel Pentium II Sytem mit 400 Mhz nur ca. halb so schnell wie die Softcodec-Lösungen. Dies liegt auch unter anderem daran, daß Hardwarecodecs nicht so stark von steigender Prozessorleistung profitieren können und weil sie oft durch den PCI-Bus ausgebremst werden. Softcodecs können dagegen direkt auf den Hautspeicher zugreifen und werden mit steigender Prozessorleistung auch fast linear schneller. Pinnacle/Miro setzen bei der DV300 einen orginal SONY-Software Codec ein, der zusätzlich MMX-optimiert wurde, was sich in der erhöhten Geschwindigkeit gegenüber dem Adaptec Treiber zeigt. Der Adaptec-Codec hat jedoch einen entscheidenen Vorteil gegenüber den übrigen DV-Lösungen: Er läßt sich auch auf Systemen ohne eingebaute Schnittkarte installieren. Dadurch ist es sogar möglich Projekte auf einem schnellen Laptop unterwegs zu bearbeiten, oder die Rechenarbeit auf mehrere Computer zu verteilen. Außerdem liegen der Karte auch noch Treiber und Codecs für den Macintosh bei, die wir leider in Ermangelung eines Testsystems nicht testen konnten.

Fazit:

Die 8945 kann momentan mit ca. 1400,- DM durchaus als ein Schnäppchen bezeichnet werden. Da jedoch in Zukunft auch Firewire-Schnittstellen auf Mainboards geplant sind, werden die Preise für Firewire-Controller zwangsweise sinken. Wer jedoch nicht mehr warten kann oder will, findet in der 8945 eine ausgereifte und zuverlässige Lösung, die gut mit Premiere 4.2 und 5.0 harmoniert. Wer jedoch viel schneidet und noch keine Premiere Lizenz besitzt, für den könnte die DV300 von Pinnacle/Miro dennoch eine ernstzunehmende Alternative darstellen, da diese schon Premiere LE beinhaltet und (noch) die schnelleren Treiber besitzt. Die DV300 ist auf einem PII 333 fast so schnell wie die 8945 auf einem PII 400.





Adaptec HotConnect 8945
Bildqualität 7/10   + uneingeschränkte DV-Qualität
+ mitgelieferter Timeline-Player für Projekte über 2 GB
+ SoftCodec auch ohne Board nutzbar
+ Unterstützung von Premiere 5.0
+ Eingebauter SCSI UW-Controller

- Treiber noch nicht MMX-optimiert
- Kein Videoschnittprogramm im Lieferumfang
- Keine 16:9 Unterstützung
Stabilität 8/10
Ausstattung 5/10
Geschwindigkeit 5/10
Preis/Leistung 8/10


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